Vom Bauernführer zum ungarischen Herkules

 

Wiederum durften sich die Hirblinger Musikanten über zwei nahezu ausverkaufte Neujahrskonzerte freuen. Nach dem Auftakt durch die Hirblinger Bläserjugend unter ihrem Leiter Leonardo Dianori stimmte die Trachtenkapelle unter der Stabführung von Georg Miller das Publikum mit der schwungvollen Fanfare „A Little Opening“ von Thiemo Kraas auf die nun folgende dramatische Rhapsodie ein.

Markus Götz beschreibt mit „Joss Fritz“ einige Szenen aus dem Leben des gleichnamigen Bauernführers aus der Zeit der Bauernkriege aus dem nun zu Bruchsal gehörenden Untergrombach. Am Anfang steht als Hauptthema „Das Leben der Bauern“. Es erklingt eine langgezogene Melodie im tiefen Blech. Ein mäßig schneller Bauerntanz bringt Bewegung in das Stück. In „Das Leiden“ wird die hoffnungslose Lage der Bauern zu dieser Zeit dargestellt. Strahlende Blechbläserklänge spiegeln nun in „Die Reden des Joss Fritz“ sein rhetorisches Talent wider. Er konnte mit seinem Charisma die Bauern erreichen und auf seine Seite ziehen. In „Im Zeichen des Bundschuh“ formiert sich das Volk zu einem Aufstand gegen die Obrigkeit und die Kirche. Immer mehr Menschen folgen Joss Fritz und der Marsch wird größer und gewaltiger. Im vorletzten Teil, „Aufstieg und Verrat“, steigert sich die Wut des Volkes hörbar. Eine Landsknechtstrommel erzeugt hier eine besonders dramatische Wirkung. Der Aufstand endet schließlich jäh in dissonanten Akkorden im tiefen Blech.