Konzert der Hirblinger Trachtenkapelle

 

Wiederum durften sich die Hirblinger Musikanten über zwei nahezu ausverkaufte Neujahrskonzerte freuen. Nach dem Auftakt durch die neu formierte Hirblinger Bläserjugend unter ihrem ebenfalls neuen Leiter Leonardo Dianori stimmte die Trachtenkapelle unter der Stabführung von Georg Miller das Publikum mit dem ins Ohr gehenden Marsch „Sympatria“ von Thomas Asanger auf das nun folgende Werk „Flight of Valor“ (zu deutsch etwa „Flug der Tapferkeit”) ein, das von James Swearingen zum Gedenken an die Opfer des United Airlines-Fluges 93 geschrieben wurde. In eindrucksvoller Weise beschreibt der Komponist den Verlauf des Fluges, den Kampf an Bord und schließlich den von den Passagieren in selbstloser Weise herbeigeführten Absturz des Flugzeuges, um Schlimmeres – Ziel der Al-Quaida-Terroristen war das Capitol, Sitz des US-amerikanischen Kongresses und Wahrzeichen der Stadt Washington D. C. – zu verhindern.

 

Ganz im Gegensatz dazu „Cartoon Spectacular“ von Stefan Schwalgin. Dieser projiziert mit seiner plastischen Tonsprache eine konkrete Zeichentrickgeschichte absolut wiedererkennbar auf das Blasorchester: Kater (Rainald Haak, Posaune) erwacht – Morgenspaziergang - entdeckt einen Vogel (Stefanie Wiedemann, Querflöte), nimmt natürlich die Jagd auf ihn auf - chaotische Straßenüberquerung, tiefer Sturz. Kater verliebt sich in eine plötzlich auftauchende wunderschöne Katzendame (Ruth Mayer, Altsaxophon), die er mit seiner Tollpatschigkeit aber völlig verprellt. Sein Blues (Herbert Feirtag, Trompete) wird durch den zurückkehrenden Vogel wieder aufgeheitert. Kater und Vogel tanzen selig einen Walzer bis der Kater wieder Appetit bekommt und die Jagd erneut beginnt. Für die Musikanten eine enorme Herausforderung, die sie jedoch mit Bravour zu meistern wußten und vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt wurde.

Mit der sinfonischen Dichtung “Devil´s Tower” erzählt Thomas Doss die Sage vom Teufelsturm, dessen Reste unweit der Gemeinde Waldneukirchen in Oberösterreich zu finden sind. Nachdem plündernde und mordende Raubritter ausgerottet waren, ergriff der Teufel vom Turm ihrer verfallenen Burg Besitz. Mit der Glocke, die im Turm hing, rief er nachts seine Leute zusammen. Um die Mitternachtszeit fuhr er mit Ross und Wagen unter weithin schallendem Getöse durch die Hölle, bis man ihm das Handwerk legte, indem man drei Kreuze aufstellte, an denen er nicht vorüber konnte. Nun gab der Teufel endlich Ruhe. Das Werk ist für ein Oberstufen-Blasorchester teilweise sehr anspruchsvoll, aber auch äußerst abwechslungsreich. Versteckt in einem filmischen Kompositionsstil weist dieses Konzertstück Renaissance-Sequenzen sowie andere Klangeffekte auf, die in wunderschöne Melodien und Themen eingebunden sind.

Vor dem Marsch “Sternstunden” von Kurt Gäble ehrte ein Vertreter des ASM Julian Kraus, Bernd Krause und Reinhold Deisenhofer für 10, 25 bzw. 40 Jahre Treue zur Blasmusik.

Mit Martin Scharnagls Ouvertüre “Monumentum” eröffnete die Trachtenkapelle den zweiten Teil des Konzertes, und mit “Marcha de Libertad” von Gerald Ranacher und dem Walzer “Fast Himmelblau” von Kurt Gäble folgten zwei “Ohrenschmeichler” bevor das Publikum mit “African Symphony” von Van McCoy im Arrangement von Naohiro Iwai in die afrikanische Steppe entführt wurde.

Die sinfonische Rock-Ouvertüre „Dramatic Tales“ wurde von Markus Götz komponiert. Er ließ sich dabei von der Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsortes Todtmoos im Schwarzwald inspirieren. Der Sage nach waren die Dämpfe eines giftigen Waldsumpfs – dem Todtmoos – so schädlich, dass Menschen und Tiere sofort daran starben. Ein Leutpriester, dem die Mutter Gottes erschien, bekam von ihr die Aufgabe, eine bestimmte Tanne im Wald zu suchen und diese zu fällen. Der Leutpriester schlief ein und fand am nächsten Morgen am Wurzelstock der gefällten Tanne das Gnadenbild der „Mater Dolorosa“. Die giftigen Dämpfe wichen und an jener Stelle wurde aus der gefällten Tanne die erste Gnadenkapelle in Todtmoos gebaut, der Beginn der berühmten Marienwallfahrt.

Vier erfolgreiche Hits von Frank Sinatra - “New York, New York”, “Somethin´ Stupid”, “Fly me to the Moon” und “My Way” - hat Stefan Schwalgin zu einem äußerst schwungvollen und melodiösen Medley verarbeitet, das sowohl den Ausführenden auf der Bühne als auch dem Publikum gleichermaßen Freude beim Spielen und Zuhören bereitete. Herbert Feirtag glänzte an der Trompete.

 

Zur “Perger Polka” von Kurt Gäble bezog der gewohnt engagiert, präzise, bestimmend und einfühlsam agierende Musikleiter Georg Miller auch das begeisterte und lang anhaltend applaudierende Publikum mit ein. Auch Christina Wittmann und Bianca Zettl, die informativ und unterhaltsam durchs Programm führten, wurden mit herzlichem Applaus bedacht.

Nach zwei erklatschten Zugaben endeten zwei kurzweilige Neujahrskonzerte.

     

 

 

Aktuelles/Termine

  • 23.02.2019 | Faschingsball der Hirblinger Ortsvereine im Vereinsstadel
  • 13.03.2019 | 19:30 Uhr: Jahreshauptversammlung
  • 03.04.2019 | 18:00-23:00: Gögginger Frühlingsfest
  • 07.04.2019 | ab 9:30 Uhr: Messe für verst. Mitglieder der Hirblinger Vereine und Starkbierfrühschoppen
  • 21.04.2019 | 11:00-16:00 Uhr: Frühschoppen Osterplärrer, Festzelt Binswanger&Kempter

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